Festivalleitung 2016

Dass das Jüdische Filmfestival in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann, ist dem beherzten Eingreifen vieler Helfer zu verdanken –

denn als dem Festival Anfang des Jahres ohne Vorwarnung 50% seiner Mittel gestrichen wurden, war es nur vier Monate vor seiner geplanten Eröffnung in seiner Existenz bedroht. Damals schrieb Prof. Frank Stern in der Jüdischen Allgemeinen:

„Ohne die jüdischen Filmfestivals bliebe der deutsche Film weitgehend eine langweilige Spätfolge der ‚Arisierung‘ der Filmkultur. Mehr als 2000 jüdische Filmschaffende sind nach 1933 vertrieben oder ermordet worden. Von dieser Kulturvernichtung hat sich der deutsche Film bis heute nicht erholt.”

Somit bietet das Jüdische Filmfestival nicht nur seit 22 Jahren eine Bühne für weltweites jüdisches Filmschaffen, sondern ist Ausdruck der gesellschaftlichen und kulturpolitischen Aufgabe, die aus der systematischen Vernichtung jüdischer Kultur entstandene Lücke langsam wieder mit Leben zu füllen. Die Unterstützung des Jüdischen Filmfestivals ist also immer auch eine Positionierung zum jüdischen Leben in Deutschland und angesichts der steigenden Zahl antisemitischer Übergriffe und des sich neu aufbäumenden Volkskörpergeistes ohne Alternative.

Direkt von den renommiertesten internationalen Filmfestivals präsentieren wir Ihnen in diesem Jahr erneut das Beste aus der Welt des israelischen und jüdischen Independent Films.

Überzeugen Sie sich selbst! Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Herzliche Grüße
Ihre
Nicola Galliner
Festivalleitung

Nicola Galliner, Direktorin des Jüdischen Filmfestivals