Filmpreise

Gershon-Klein-Filmpreise

Das Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg vergibt im Rahmen des Festivals die insgesamt mit 7000 € dotierten Gershon-Klein-Filmpreise, die alljährlich von der Familie Klein gestiftet und an die erfolgreichen Filmregisseure verliehen werden. Darauf ist das Jüdische Filmfestival besonders stolz, denn was wäre ein renommiertes Festival ohne Filmpreise, ohne die spannende Frage, wer am Ende ausgezeichnet wird?

In 2016 wurde die Preisvergabe neu gestaltet. So werden die Preise von drei verschiedenen Jurys vergeben. Eine Kritikerjury bestehend aus drei renommierten Journalisten vergibt den Regiepreis für den besten Spielfilm. Die radioeins Hörerjury kürt den Regisseur für den besten Dokumentarfilm. Ebenfalls neu hinzugekommen ist ein Ehrengremium, dass eine besondere Empfehlung für einen deutschen Film mit jüdischer Thematik ausspricht.

Im Fokus der Preisvergaben steht die Annerkennung der geleisteten Regiearbeit.
Alle Jury- und Gremienmitglieder werden jährlich neu besetzt.

Gewidmet sind die Preise dem 1999 im Alter von 79 Jahren verstorbenen Gerhard Klein. In Berlin war Klein eine „Kinolegende“. Das Zehlendorfer Filmkunstkino „Capitol Dahlem“ ist seine Schöpfung und wurde nach seiner Gründung 1956 drei Jahrzehnte lang zu einem beliebten Treffpunkt und zu einer Institution mitten im West-Berliner Studentenviertel. Als Kinderdarsteller hatte Klein, aus einer gutbürgerlichen jüdischen Berliner Familie stammend, selbst vor der Kamera und auf der Bühne gestanden. Er war u.a. der Professor in Erich Kästners Bühnenfassung von „Emil und die Detektive“ und spielte in Max Ophüls’ erstem Tonfilm „Dann schon lieber Lebertran“ eine Hauptrolle. 1933 traf ihn das Berufsverbot der Nazis. 1939 gelang ihm die Flucht nach Palästina, wo er in einem Kibbuz arbeitete und das noch heute bestehende avantgardistische „Teatron Kameri“ in Tel Aviv mitbegründete. Seine Eltern sah er nie wieder. 1952 kehrte Klein nach Deutschland zurück. Für seine anspruchsvolle Programmgestaltung im „Capitol Dahlem“ erhielt er mehrere Auszeichnungen, u.a. das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Publikums-Regiepreis

Die Kinobesucher entscheiden über die Vergabe des Publikumspreises, der mit 2000 Euro dotiert ist.

2002 TWO STATES OF MIND von Shira Richter (Israel 2001)
2003 THE HEBREW HAMMER von Jonathan Kesselman (USA 2003)
2004 MY ARCHITECT von Nathaniel Kahn (USA 2003)
2005 KEEP NOT SILENT von Ilil Alexander (Israel 2004)
2006 THE FIRST TIME I WAS TWENTY von Lorraine Levy (Frankreich 2004)
2007 THE GALILEE ESKIMOS von Jonathan Paz (Israel 2006)
2008 THE HEBREW LESSON von David Ofek und Ron Rotem (Israel 2006)
2009 THE GIFT TO STALIN von Rustem Abdrashitov (Kasachstan/Russland/Polen/Israel 2007)
2010 ROMEO AND JULIET IN YIDDISH von Eve Annenberg (USA 2010)
2011 PRECIOUS LIFE von Shlomi Eldar (Israel 2010)
2012 LIFE IN STILLS von Tamar Tal (Israel 2011)
2013 OUT IN THE DARK von Michael Mayer (Israel 2012)
2014 ANDERSWO von Ester Amrami (Deutschland 2014)
2015 FAMOUS NATHAN, Regie Lloyd Handwerker (USA 2014)

Regiepreis für den besten israelischen Film

Mit dem Preis soll deutlich gemacht werden, über welch herausragende und vielfältige Filmproduktion Israel verfügt. Die Veranstalter des Festivals entscheiden gemeinsam mit der Familie Klein, die auch diese Preissumme in Höhe von 3000 Euro stiftet, wem der Preis alljährlich verliehen wird.

2005 WATERMARKS von Yaron Zilberman (Israel/Frankreich/USA 2004)
2006 USHPIZIN von Gidi Dar (Israel 2004)
2007 FIVE DAYS von Yoav Shamir (Israel 2005)
2008 MY FATHER, MY LORD von David Volach (Israel 2007)
2009 VALENTINA´S MOTHER von Arik Lubetzky und Matti Harari (Israel 2008)
2010 A FILM UNFINISHED von Yael Hersonski (Israel 2009)
2011 GEI ONI von Dan Wolman (Israel 2010)
2012 FOOTNOTE von Joseph Cedar (Israel 2011)
2013 ZAYTUN von Eran Riklis (Israel/Großbritannien/Frankreich 2012)
2014 FRAGILE von Vidi Bilu (Israel 2013)
2015 AM ENDE EIN FEST, Regie Tal Granit und Sharon Mayman

Regiepreis für den besten deutschen Dokumentarfilm mit jüdischer Thematik

Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert und wird ebenfalls von der Familie Klein gestiftet.

2009 MENSCHLICHES VERSAGEN von Michael Verhoeven (Deutschland 2008)
2010 MAZEL TOV von Thomas Bergmann und Mischka Popp (Deutschland 2009)
2011 IM HIMMEL, UNTER DER ERDE: DER JÜDISCHE FRIEDHOF WEISSENSEE von Britta Wauer (Deutschland 2011)
2012 SIX MILLION AND ONE von David Fisher (Israel/Deutschland/Österreich 2011)
2013 Für ihr engagiertes Wirken und Schaffen wurde der Preis verliehen an: Frau Dr. Sabine Scharnagl, Leiterin des Programmbereichs Kultur und Familie beim Bayischen Rundfunk.
2014 SCHNEE VON GESTERN von Yael Reuveny (Deutschland 2013)
2015 BUDDY ELIAS - MEIN GLÜCK, MEIN SCHICKSAL. Regie Pierre Koralnik

Filmpreise 2017

Pressemitteilung
Berlin/Potsdam, 12. Juli 2017

Gershon-Klein-Filmpreise für „1945“ und „Auf Ediths Spuren – Tracking Edith“ beim 23. Jüdischen Filmfestival Berlin & Brandenburg

Das Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg vergibt im Rahmen des Festivals die mit insgesamt 7000 € dotierten Gershon-Klein-Filmpreise, die alljährlich von der Familie Klein gestiftet und an erfolgreiche Filmregisseure verliehen werden. Die Preise – „Beste Regie Spielfilm“, „Beste Regie Dokumentarfilm“ und die „besondere Empfehlung eines Deutschen Films mit jüdischer Thematik“ - werden von drei verschiedenen Jurys vergeben.

Filmpreise 2016

Pressemitteilung
Berlin/Potsdam, 20. Juni 2016

Gershon-Klein-Filmpreise für „Dibbuk“ und „My Beloved Uncles“ beim Jüdischen Filmfestival Berlin & Brandenburg

Der polnische Spielfilm „Dibbuk – Eine Hochzeit in Polen“ von Marcin Wrona (Beste Regie Spielfilm) und der israelische Dokumentarfilm „My Beloved Uncles“ von Eran Barak (Beste Regie Dokumentation) wurden beim gestern Abend zu Ende gegangenen 22. Jüdischen Filmfestival Berlin & Brandenburg mit den mit insgesamt 7.000 Euro dotierten Geshon-Klein-Filmpreisen ausgezeichnet.