afterthought_aka._hayored_lemaala_trailer

AFTERTHOUGHT aka. HAYORED LEMA’ALA

Die Grundidee ist so einfach wie einleuchtend. Elad Keidan schickt in seinem wunderbar eigenwilligen Regiedebüt zwei Männer auf die steilen, scheinbar endlosen Treppenstufen, die in Haifa den Hafen mit den oberen Stadtvierteln verbinden. Zu Fuß machen sie sich unbewusst auf eine existentialistische Reise: der junge Uri (Itay Tiran) von oben nach unten, um mit einem Schiff dem Militärdienst zu entgehen, in entgegengesetzter Richtung Ex-Lehrer Moshe (Uri Klauzner) auf der Suche nach dem Ohrring seiner Frau. Unterwegs haben sie einige merkwürdige Begegnungen – und treffen in der Mitte auch einander – ein Moment, der beide verändert. Danach sehen wir, wie sie Orte passieren, die der jeweils andere bereits hinter sich hat, mit anderen Augen. Und der Berg Karmel mit seinem einzigartigen Panorama erweist sich als prägender Protagonist ihrer Lebensläufe. Elad Keidan spinnt daraus ein feines Netz absurd-komischer Momente, deren Humor oft buchstäblich um die nächste Straßenecke gedacht ist. Erst Schritt für Schritt gibt der Film seine Geheimnisse Preis, und damit die seiner Protagonisten. Doch wer sich auf das kontemplative Tempo einlässt, wird in dieser nur scheinbar beiläufigen Komödie mit erhellenden metaphysischen Momenten belohnt. Und lernt nebenbei noch so einiges über das Innenleben israelischer Männer.

Elad Keidan (*1979) ist ein in Haifa geborener Filmemacher. Er absolvierte die Sam Spiegel Film & TV School in Jerusalem und inszenierte eine Reihe von Kurzfilmen, darunter „Anthem“ (2008), der den Hauptpreis der Cinéfondation du Festival de Cannes gewann und „Vehu holech“ (2012), der seine Weltpremiere auf dem Filmfest in Locarno feierte. „Afterthought“ ist sein erster Langfilm.

Screenings: 
Sonntag, 19. Juni 18:00 fsk Kino

DAS JFBB ZEIGT AFTERTHOUGHT IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER DEUTSCH-ISRAELISCHEN GESELLSCHAFT E.V.

Credits: 

Israel 2015, Spielfilm, Deutschlandpremiere
105 min, hebräisch mit englischen Untertiteln

Regie: Elad Keidan
Produktion: Eitan Mansuri, Elie Meirovitz
Kamera: Yaron Scharf
Darsteller: Itay Tiran, Uri Klauzner, Michaela Eshet, Ohad Shahar

Festivals: Ophir Awards (Bestes Drehbuch, Bester Schnitt), Internationale Filmfestspiele von Cannes