colliding_dreams_trailer_2015

COLLIDING DREAMS aka. THE ZIONIST IDEA

Was sind die Wurzeln des Konflikts zwischen Israel und Palästina? Die US-amerikanischen Regisseure Joseph Dorman und Oren Rudavsky, beide selbst Juden und moderate Anhänger des säkularen Zionismus, blättern in ihrem ersten gemeinsamen Dokumentarfilm klug, fundiert und ausgewogen die Chronik des Zionismus auf, angefangen beim Idealismus der frühen Jahre, dem aus dem Geist der Aufklärung entstandenen Traum von einem eigenen jüdischen Staat und den ersten Einwanderungswellen nach den Pogromen 1881 und der gescheiterten russischen Revolution 1915. Der Film beleuchtet den Einfluss der Briten und die Folgen des Sechstagekriegs 1967, als der vormals säkulare Zionismus eine religiöse Komponente erhielt. Die sozialistisch geprägte Kibbuzbewegung wird ebenso erläutert wie die orthodoxen Siedler im Westjordanland und das Scheitern der Friedensverhandlungen von Oslo nach dem Attentat auf Ministerpräsident Rabin 1995.

Dorman und Rudavsky brauchen dazu keine bunten Grafiken oder nachgestellte Szenen, sondern verlassen sich ganz auf das exzellent recherchierte Archivmaterial und die sorgfältig ausgewählten Interviewpartner jeder Couleur, die allesamt vor Ort leben und sehr reflektiert über die politische Situation sprechen. Darunter finden sich nicht nur israelische Historiker und Schriftsteller, sondern auch religiöse Führer, PLO-Politiker und reguläre Bürger auf der Straße. Die Filmemacher verweigern klugerweise einfache Lösungsansätze für den Friedensprozess in dieser komplexen Konfliktsituation. Der Ansatz ihres Films spricht für sich: einander zuhören und versuchen zu verstehen.

Joseph Dorman (*1958) ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilmer, Drehbuchautor und Produzent. Zu seinen Regiearbeiten zählen „Arguing the World“ (1998) und „Sholem Aleichem: Laughing in the Darkness“ (2011), die er auch geschrieben und produziert hat.
Oren Rudavsky (*1957) ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilmer, Spielfilmregisseur und Kameramann. Zu seinen Werken, die sich oft mit religiösen Themen auseinandersetzen, zählen die Dokumentarfilme „Saying Kaddish“ (1991), „A Life Apart: Hasidism in America“ (1997) und „Hiding and Seeking: Faith and Tolerance After the Holocaust“ (2004) sowie der Spielfilm „The Treatment“.
„Colliding Dreams“ ist ihr erstes gemeinsames Projekt.

Screenings: 
Mittwoch, 08. Juni 19:30 Babylon Saal 2 Tickets
Credits: 

USA/Israel/Palästin. Autonomiegebiete 2015, Dokumentarfilm, Deutschlandpremiere
134 min, englisch/hebräisch/arabisch mit englischen Untertiteln

Regie: Joseph Dorman, Oren Rudavsky
Produktion: Anthos Media, Andrea Miller, Carla Solomon, Ahavia Scheindlin

Festivals (Auswahl): Other Israel Film Festival New York, San Francisco Jewish Film Festival