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I DON’T BELONG ANYWHERE: THE CINEMA OF CHANTAL AKERMAN

Am 15. Oktober 2015 ist die belgische Filmemacherin Chantal Akerman gestorben, wenige Wochen nach der Premiere ihres letzten Dokumentarfilm „No Home Movie“ über die letzten Monate im Leben ihrer Mutter. In Marianne Lamberts Filmporträt kommt die Regisseurin noch einmal selbst zu Wort, erzählt von ihrer Karriere, die sie nicht als solche bezeichnet, weil sie nie einen Plan hatte, sondern immer tat, was sie interessierte. Offenherzig und verschmitzt erzählt sie von kleinen Gaunereien und Diebstählen, mit denen sie im New York der frühen Siebziger ihre ersten Experimentalfilme drehte. Und sie spricht von ihrer Mutter, die immer wieder Mittelpunkt ihrer über 40 Filme war, und über ihre jüdischen Wurzeln, die sie auch in „Là-bas“ (2006) thematisierte. In aufschlussreichen Szenen gibt es ihre Filme (wieder) zu entdecken und man spürt, worum es ihr dabei ging: um ein Gefühl, ein Evozieren, das über bloß rationales Verstehen hinausgeht und dem Zuschauer eine gewisse Freiheit gibt. Um Freiheit ging es Akerman auch selbst, sie bezeichnete sich als Nomadin und der Film begleitet sie an die Orte ihres Lebens: New York, Paris, Brüssel, Israel. Akerman wollte sich nie vereinnahmen lassen. „Ich mache Filme, das ist alles“, sagt sie. Eine wunderbare Hommage an einen besonderen Freigeist und eine radikale Aufklärerin.

Marianne Lambert ist eine belgische Filmemacherin. Sie arbeitet seit Mitte der Neunziger Jahre als Setmanagerin und Regieassistentin. In den letzten Jahren arbeitete sie vor allem als Herstellungsleiterin, unter anderem bei Chantal Akermans „La folie Almayer“ (2011). „I Don’t Belong Anywhere“ ist ihr Regiedebüt.

Screenings: 
Freitag, 10. Juni 20:00 fsk Kino
Credits: 

Belgien 2015, Dokumentarfilm, Deutschlandpremiere
67 min, englisch/französisch mit englischen Untertiteln

Regie: Marianne Lambert
Produktion: Francis Dujardin, Patrick Quinet
Kamera: Rémon Fromont

Festivals: Locarno Film Festival, RIDM Documentary Film Festival of Montreal, Ann Arbor Film Festival, European Union Film Festival