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LINIE 41

Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde in Łódź das zweitgrößte jüdische Ghetto Polens errichtet. In keiner anderen Stadt war das Leid der im Ghetto gefangenen Juden so offensichtlich und für jedermann zu erkennen wie in dem dicht besiedelten Łódź. Sinnbild dafür ist die Straßenbahnlinie 41, die mitten durch das Ghetto verlief und tagtäglich tausenden Einwohnern das dortige Elend vor Augen führte.

Natan Grossmann (geboren 1927) verbrachte selbst als Jugendlicher einige Jahre in Gefangenschaft im Łódźscher Ghetto. Sein Leben lang versuchte er seine Erinnerungen an diese Zeit zu verdrängen. Doch die ungeklärten Todesumstände seiner Eltern und das spurlose Verschwinden seines Bruders lassen ihm keine Ruhe. Schließlich begibt er sich in Łódź auf die Suche nach der Wahrheit.

Auch Jens-Jürgen Ventzki ist in Łódź, um seine Familiengeschichte zu rekonstruieren. Sein Vater bekleidete während des Nazi-Regimes einen hohen Posten in der Łódźscher Verwaltung und war Zeit seines Lebens ein überzeugter Nationalsozialist. Ventzki vermutet, dass sein Vater maßgeblich an der Deportation der Łódźscher Juden beteiligt war und versucht, dieses dunkle Familiengeheimnis aufzuklären.

Für beide Männer wird ihr Unternehmen zu einer schmerzhaften Konfrontation mit der Vergangenheit.

Tanja Cummings arbeitet als Produzentin, Producerin und Produktionsassistentin für verschiedene Dokumentarfilme. Sie ist Gründungsmitglied des Europäischen Vereins für Ost-West-Annäherung. „Linie 41“ ist ihr Debüt als Regisseurin eines längeren Dokumentarfilms.

Screenings: 
Mittwoch, 15. Juni 20:00 Filmmuseum Potsdam

DAS JFBB ZEIGT IN ZUSAMMENARBEIT MIT DEM MOSES MENDELSSON ZENTRUM POTSDAM

Gäste:

Regisseurin Tanja Cummings, die beiden Hauptprotagonisten Natan Grossmann und Jens-Jürgen Ventzki und Kameramann  Marek Iwicki. Moderation: Dr. Olaf Glöckner, Moses Mandelsson Zentrum

Credits: 

Dokumentarfilm, R: Tanja Cummings, D 2015, 101 min, dt./poln. mit dt. UT

www.linie41-film.net