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MY BELOVED UNCLES

Vor 65 Jahren ist sein Onkel Israel Amerusi als kleines Kind aus dem Krankenhaus verschwunden. Das lässt den Filmemacher Eran Barak bis heute nicht los. Auf seiner Suche kehrt Barak nach Pardes Katz zurück, in das arme Einwandererviertel im Norden von Bnei Brak. Seine aus Tunesien stammende Großmutter glaubt bis heute, dass ihr Sohn wie so viele Kinder in den Gründungsjahren von Aschkenasim entführt wurde und irgendwo in Israel lebt. Und Barak befragt seine verbliebenen Onkel: Gavriel, der sein halbes Leben in israelischen Gefängnissen verbracht hat und immer nur dazugehören wollte. Oder Aryeh, der auf der Couch seiner Mutter vor sich hin sinniert und seiner nicht realisierten Filmkarriere als zweiter Paul Newman nachtrauert. Und Uri, der Schrottsammler, immer auf der Suche nach der Frau fürs Leben. Die poetische und sehr persönliche Spurensuche ist das Porträt einer schrägen Familie und zugleich eines ganzen Viertels. Der Film handelt von unerfüllten Träumen und Enttäuschungen in einem Teil Israels, der den Anschluss an den Rest des Landes verpasst hat. Der große Reichtum dieses Films liegt in Baraks Inszenierung, die über das rein Dokumentierende hinausgeht und surreale, fantastische Elemente einfügt, die am Ende auch eine Verbindung mit dem vermissten Onkel ermöglichen. Ein ganz besonderer Film.

Eran Barak ist ein israelischer Filmemacher, Kameramann und Fotograf. Zu seinen Dokumentarfilmen als Regisseur gehören der Kurzfilm „Bloomfield or a Childhood Memory“ (2008) und der Langfilm „Hunting Time“ (2012).

Screenings: 
Montag, 06. Juni 20:15 fsk Kino
Credits: 

Israel 2015, Dokumentarfilm, Deutschlandpremiere
72 min, hebräisch mit englischen Untertiteln
Regie, Produktion und Kamera: Eran Barak

Festivals: Haifa International Film Festival, Toronto Jewish Film Festival, Cinema South Festival (Nachwuchs-Regiepreis)