official_trailer_ninas_children_long

NINA’S CHILDREN aka. NINAS BARN

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an Nazideutschland 1938 kommt eine Gruppe jüdischer Kinder aus Wien nach Oslo ins Sommerlager. Doch die politische Lage verschlechtert sich zunehmend und ihre Rückkehr wird bis auf Weiteres verschoben. Aus einem Sommer werden schließlich sieben Jahre. Nina Meyer, eine aus Berlin emigrierte jüdische Kinderpsychologin, wird gebeten, ein Heim für diese Flüchtlingskinder zu leiten. Sie stimmt zu, wenn sie nicht kochen und Religion unterrichten muss. Einer dieser Kinder ist Berthold, der spätere Vater der Filmemacherin Nina Grünfeld, die diese einfühlsame Erkundung über die Retterin ihres Vaters drehte, der sie nicht nur ihre Existenz, sondern auch ihren Namen verdankt. Ninas noch lebende „Kinder“ erzählen sichtlich bewegt von den Erinnerungen an ihre Ersatzmutter. Dazu stellt Grünfeld in sehr authentischen Spielszenen den Alltag im Heim nach und – als Norwegen von den Nazis besetzt wird – die Flucht in letzter Minute durch die Wälder nach Schweden. Fotografien und zum Teil erschütternde Originalaufnahmen von Übergriffen, Vertreibung und Deportationen ergänzen den Film.

Auch das Leben nach der Befreiung ist alles andere als einfach. Norwegen fühlt sich nicht verantwortlich, einige der 14 Kinder haben ihre ganze Familie verloren, anderen fällt nach sieben Jahren der Trennung das Wiedersehen sehr schwer. Aber Nina Meyer, die 1999 verstarb, hat 14 Kindern das Leben gerettet. Und eine der vielen Nachkommen, Nina Grünfeld, erzählt nun ihre selbstlose Geschichte.

Nina Grünfeld (*1966) ist eine norwegische Filmemacherin und Filmwissenschaftlerin. Derzeit lehrt sie Dokumentarfilmregie an der Universität Lillehammer. „Nina’s Children“ ist der dritte Teil einer Trilogie von persönlichen Dokumentarfilmen, zu denen auch „Origin Unknown“ (2005) und „The Dying Doctor“ (2008) gehören.

Screenings: 
Samstag, 11. Juni 20:00 fsk Kino
Credits: 

Norwegen 2015, Dokudrama, Deutschlandpremiere
70 min, norwegisch mit englischen Untertiteln

Regie, Buch und Produktion: Nina Grünfeld
Kamera: Nina Grünfeld u.a.
Darsteller: Maiken Ostermann, Trini Austin Lund

Festivals: Bergen International Film Festival, Copenhagen Jewish Film Festival, The Norwegian Documentary Film Festival