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PRAISE THE LARD

Denkt man an jüdische Gerichte, kommen viele leckere Sachen in den Sinn, doch eins kaum: Schweinefleisch. Die koschere Tradition im Judentum verbietet den Verzehr, ja sogar die Zucht von Schweinen. Trotzdem gibt es in Israel seit der Staatsgründung eine florierende Schweinefleischindustrie, wenn auch gegen viele Widerstände. Regisseur Chen Shelach ist im Kibbuz Mizra aufgewachsen, dem größten Schweinefleischproduzenten des Landes. Wie in den meisten Kibbbuzim hatten sich dessen Gründer gegen die religiösen Traditionen gestellt, eine säkulare Kollektiv-Gemeinschaft gebildet und sich als „neue Juden“ verstanden, die das Land in eine goldene Zukunft führen. Es ist ein Kulturkampf, den Shelach hier zeigt, zwischen den modernen, liberal-säkularen Juden und den orthodoxen Juden, die eine Enttabuisierung als Versuch sehen, das Judentum zu zerstören und ihn mit allen Mitteln bekämpfen. Doch wie konnte ein simples Nutztier zum zentralen Tabu der jüdischen Tradition und zugleich zu einem der wichtigsten Symbole für das Grundrecht auf freie Wahl werden? In sehr erhellenden Interviews von wichtigen Protagonisten beider Seiten und erstaunlichem Archivmaterial beleuchtet Shelach eine faszinierende, aber wenig bekannte Facette der israelischen Gesellschaft.

Chen Shelach ist ein israelischer Dokumentarfilmer und wuchs im Kibbuz Mizra auf. Sein Debüt „Photonovela“ (2013) handelte von drei Generationen seiner Familie, zusammen mit Duki Dror drehte er danach „Wenn Frauen Frieden machen – Partner with the Enemy“ (2014) über eine Israelin und eine Palästinenserin, die gegen viele Widerstände eine gemeinsame Firma gründen.

 

Screenings: 
Montag, 03. Juli 20:00 fsk Kino mit Gast Tickets (Praise the Lard & The Chop)
Dienstag, 04. Juli 20:00 Filmkunst 66 mit Gast Tickets (Praise the Lard & The Chop)
Credits: 

Israel 2016, Dokumentarfilm, Deutschlandpremiere
60 min, hebräisch/englisch mit englischen Untertiteln

Regie: Chen Shelach