STREET SHADOWS aka. LO RECHOV VELO NA’ALAIM

David Fisher kennt Nave Sha’anan, die kleine Straße im Süden Tel Avivs, schon seit seiner Kindheit. Damals brachte ihn seine Großmutter oft in die quirlige Einkaufsstraße in der Nähe des alten Busbahnhofs, die wegen der zahlreichen Schuhgeschäfte „Shoe Street“ genannt wurde. Seitdem hat sich viel verändert und nicht alles zur Freude der alteingesessenen Anwohner. Der bekannte Dokumentarfilmer Fisher kehrt nun zurück und trifft auf in die Jahre gekommene Geschäftsmänner wie Ephraim den Schuhverkäufer und Tomas den Juwelier. Viel ist nicht mehr los in den Läden, es wird eher lustlos um ein paar Schekel gefeilscht, das wirtschaftliche Leben spielt sich längst woanders ab. Und so mancher fühlt sich nicht mehr sicher angesichts der Immigranten aus Eritrea und dem Sudan, die nun das Viertel prägen. Dabei wurde es von Flüchtlingen erbaut, von rund 400 jüdischen Familien, die 1921 vor den Arabern aus Jaffa fliehen mussten und hier eine „friedliche Oase“ schaffen wollten. Der alte Fishke erzählt von den Plänen seines Großvaters Josef Tischler, der die Straßenzüge nach der Form der Menorah entwarf, lange bevor sie zum Staatssymbol wurde. Im Laufe der Jahrzehnte folgten Juden aus Persien, danach Rumänen und Philippiner, heute sind es eben Flüchtlinge aus Eritrea und Sudan. Die kleine Straße im Süden Tel Avivs, daran erinnert David Fishers Film, war schon immer ein Zufluchtsort für die, die ihre Heimat verloren haben.

David Fisher (*1956) ist ein israelischer Dokumentarfilmer, Produzent und Filmdozent. Zu seinen preisgekrönten Dokumentarfilmen zählen „Love Inventory“ (2000), „Mostar Round-Trip“ (2011) und „Six Million and One“ (2011). Von 1999 bis 2008 war er Direktor des New Fund of Cinema and Television (NFCT) in Israel.

Screenings: 
Donnerstag, 16. Juni 19:00 Akademie der Künste 2. Film

IN EINE FREMDE WELT (IN KOOPERATION MIT DER AKADEMIE DER KÜNSTE)

Das JFBB zeigt vier Filme begleitend zu der ADK-Ausstellung „Kinder im Exil“.

Gäste:

David Fisher

Credits: 

Israel 2015, Dokumentarfilm, Deutschlandpremiere
50 min, hebräisch mit englischen Untertiteln

Regie, Buch und Produktion: David Fisher
Kamera: Claudio Steinberg