VANISHED: LILIAN, POETESS / BEBE

Lilian Levi war eine begnadete Dichterin, die in der israelischen Kulturszene nie Fuß fassen konnte und nach Frankreich emigrierte. Mittlerweile ist sie fast komplett in Vergessenheit geraten. Die Transgenderfrau Bebe Goldberg hat als Mann den Holocaust überlebt, träumte von einer Schauspielkarriere, arbeitete als Sexworkerin und später in Cabarets in Europa, bevor sie in Israel ihre eigene Bühne eröffnete.

Der Haken an der Sache? Beide Frauen existierten nie. Die Filmemacher Yair Qedar und Ilan Peled erfinden in einer Reihe von gefälschten Dokumentarfilmen, die sie „Vanished“ nennen, die Biografien von Künstlerinnen, die aus der israelischen Kulturgeschichte „verschwunden“ sind – erzählt von den Menschen, die sie zu kennen geglaubt haben.

In einer Mischung aus täuschend echten Filmaufnahmen und Interviews mit realen Personen feiern sie das Marginale. Es ergibt sich das Bild einer ganzen Generation, auch wenn es die Subjekte, die im Mittelpunkt dieser Filme stehen, gar nicht gegeben hat. Rasend komisch und immer wieder tief bewegend, ein Vexierspiel über kollektive Erinnerung und nicht zuletzt eine fantastische Liebeserklärung an die Magie des Kinos.

Yair Qedar (*1969) ist ein israelischer Filmemacher, Produzent, Literaturwissenschaftler und Aktivist. Zu seinen mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilmen zählen „Gay Days“ (2009), „The Five Houses of Lea Goldberg“ (2011) und „Bialik - King of the Jews“ (2014). Zusammen mit Ilan Peled kreierte er „Vanished“, eine Reihe sogenannter Mockumentaries, Dokumentarfilme über erfundene Frauen der israelischen Kulturgeschichte. Er setzt sich auf verschiedenen Ebenen für LBGT-Rechte in Israel ein.

Screenings: 
Freitag, 07. Juli 20:00 IL Kino mit Gast Tickets
Samstag, 08. Juli 20:00 fsk Kino mit Gast Tickets
Credits: 

Israel 2016, Mockumentaries, Europapremiere
57 min und 63 min, hebräisch mit englischen Untertiteln

Regie: Yair Qedar