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ZUG DES LEBENS / TRAIN DE VIE

Ein kleines jüdisches Schtetl, irgendwo im Osten Europas, 1941. Schlomo, der Dorfnarr, überbringt schlimme Nachrichten: die deutschen Truppen rücken vor, jüdische Dörfer werden eliminiert, ihre Bewohner getötet oder verschleppt. Noch am selben Abend ruft der Rabbi den Rat der Weisen ein, und Schlomo hat die rettende Idee: Um der drohenden Deportation durch die Nazitruppen zuvorzukommen, beschließen die Dorfbewohner, sich selbst zu deportieren und so vor den Deutschen über Russland bis nach Palästina zu fliehen. Stück für Stück wird ein maroder Güterzug zusammengekauft, Vorräte werden angelegt, einigen der Dorfbewohner wird eine Naziuniform geschneidert und akzentfreies Deutsch beigebracht. Eines Nachts beginnt der Zug des Lebens mit allen Dorfbewohnern seine Irrfahrt in das
gelobte Land, Eretz Israel. Unter der allgegenwärtigen Angst, von den echten Deutschen entdeckt zu werden, beginnen die Fliehenden sich zunehmend in ihren Rollenspielen zu verlieren.

So rollt der Zug weiter, verfolgt nicht nur von den Deutschen, sondern auch von Partisanen, die ihn sprengen wollen. Mit Mut und Witz meistern die Zuginsassen die heikelsten Situationen, bis sie sich schließlich der Frontlinie nähern. Besteht eine Aussicht, diese letzte Grenze zu passieren? Sitzen sie wirklich im Zug des Lebens?
© Institut für Kino und Filmkultur (IKF), aus dem Filmheft zu „Zug des Lebens”, Juni 2001

„Zug des Lebens“ (1998) ist nach „Trahir“ (1993) der zweite Spielfilm des 1958 in Bukarest geborenen Regisseurs und Drehbuchautors Radu Mihaileanu. 1980 floh Mihaileanu vor der Ceaucescu-Diktatur aus Rumänien. Heute lebt und arbeitet er in Frankreich. Sein Film „Zug des Lebens“ erhielt zahlreiche Preise auf internationalen Festivals.

Screenings: 
Montag, 06. Juni 19:00 Thalia Programmkino Tickets
Credits: 

Frankreich/Belgien/Niederlande/Israel/Rumänien 1998, Spielfilm
103 min, deutsche Synchronfassung

Regie und Buch: Radu Mihaileanu
Produktion: Ludi Boeken u.a.
Kamera: Yorgos Arvanitis, Laurent Dailland
Darsteller: Lionel Abelanski, Rufus, Clément Harari, Michel Muller, Bruno Abraham-Kremer, Agathe de La Fontaine, Johan Leysen, Marie-José Nat

Festivals (Auswahl): La Biennale di Venezia (Anicaflash Preis, FIPRESCI Preis), Sundance Film Festival (Publikumspreis), Miami Film Festival (Publikumspreis), César Awards, Internationales Filmfestival Cottbus (Publikumspreis)

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