Festival About the artwork

About the artwork

Das Artwork 2020

Für das 26. Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg erarbeiteten Nicola Galliner (Festivalleitung) und Esra Rotthoff (Art-Direktion JFBB seit 2019) ein Gestaltungskonzept, das die jüdische Tradition in neuem Licht präsentieren soll. Offen queere Genderdarstellung (Kleidung, Make-up), der Bezug zu Berlin-Brandenburg (Tefillin mit Brandenburger Tor) sowie eine expressionistische, farbenfrohe Umsetzung (Malerei auf dem Hintergrund sowie auf dem Protagonisten) sind entscheidende Stilmittel für eine zeitgenössisch offene Ikone jüdischer Kulturgeschichte. Das Plakatmotiv zeigt das Resultat der Verschmelzung all dieser Ebenen. Der Trailer wiederum zeigt das Anlegen der Tefillin sowie die gesamte Verwandlung des Schauspielers Alexander Wertmann in eine von Esra Rotthoff geschaffene Kunstfigur und in das Gesicht des diesjährigen Festivals.
Da das Festival in diesem Jahr aufgrund der Covid-19-Pandemie teilweise online stattfindet, war bei der grafischen Entwicklung die Metapher der Kinokarte als Logoerweiterung angedacht. Diese erinnert an die kleinen, von einer Rolle abgerissenen Zettel, die einem den Einlass ins Kino gewähren.

Esra Rotthoff, Künstlerin & Fotografin



Esra Rotthoff
Der Werdegang der Künstlerin und Fotografin Esra Rotthoff spiegelt sich in ihrer Praxis wider, die von einem ganzheitlichen Überblick zeugt, der das finale Bild genauso im Auge behält, wie die (un)fassbaren Details und zwischenmenschlichen Momente, die seine Entstehung ausmachen. Mit Wurzeln in der Malerei, die ihren Nährboden an der renommierten Berliner Universität der Künste fand, ihrem Verständnis für die Kraft der visuellen Sprache und ihrer Neugier für die Menschen, die vor ihre Kamera treten, schafft Rotthoff visuelle Repräsentationen, die zugleich inszenierte Fantasien sind und die Realität des Moments wiedergeben.
Seit über 15 Jahren schafft sie so mit Künstler*innen und Institutionen Bilder, die von fließenden Identitäten, starken Charakteren, inspirierenden Geschichten und weitreichender Symbolik zeugen. Sie zeigt ihre Arbeiten in Ausstellungen sowie auf Straßenplakaten, die aus langfristigen Kooperationen resultieren. Seit bald einer Dekade arbeitet sie mit dem Maxim Gorki Theater zusammen und seit 2019 mit dem Jüdischen Filmfestival Berlin & Brandenburg. Ihre Arbeit erstreckt sich von Fotografie über Art-Direktion hin zur Lehre.
Ihre gestalterische Arbeit für Kunst und Kultur wurde mit zahlreichen Auszeichnungen dotiert, darunter Auszeichnungen vom Art Directors Club (ADC), Red Dot Design Award, Canon ProFashional Photo Award. Kürzlich erhielt sie den deutschen Designpreis.


Alexander Wertmann

wurde 1997 in Schwerin geboren und wuchs in München auf. In der Kinder- und Jugendtheatergruppe ‚Lo-Minor‘ sammelte er erste Theatererfahrung. Danach war er mehrere Jahre Mitglied der Gärtnerplatz Jugend und am Jungen Resi des Münchner Residenztheaters. Aktuell studiert er Schauspiel an der HFS Ernst Busch, in MAZEL TOV COCKTAIL spielt er seine erste Filmhauptrolle.




Festivaltrailer
Länge 1:08min
Regie, Malerei: Esra Rotthoff
Festivalleitung: Nicola Galliner
Schauspieler: Alexander Wertmann
Schnitt: Kolja Frase
Musik: Enis Rotthoff
Assistenz: Juan Gonzalez Frank

Reaktionen auf das Artwork


Jüdisches Leben in Deutschland ist heute so radikal vielfältig wie die deutsche Gesellschaft im Allgemeinen. Das bedeutet, Juden* sind genauso queer und hetero, orthodox und liberal, links und rechts, klug und doof, wie der Rest der Bevölkerung. Und Kunst ist der derzeit vermutlich wichtigste Ort, an dem diese radikale Vielfalt abgebildet und neue Narrative gesellschaftlichen Zusammen lebens erkundet werden.
Dr. Max Czollek, Autor und Kurator, Berlin

Jews with many views … Juden in Farbe - frech, voller Visionen, Trauer und Witz. Was will ich mehr von einem Filmfestival?
Adriana Altaras, Autorin, Schauspielerin und Theaterregisseurin, Berlin

Provokante Pinselstriche, knallbunte Kontraste, queeres Selbstbewusstsein! Das neue JFBB-Plakat macht Lust auf Filme, die vom ganzen Farbspektrum jüdischen Lebens erzählen. Wie dieses Plakat stiften gute Filme wirkungsvol le Allianzen zwischen Kunst und Wirklichkeit und zeigen neben dem, was ist, auch was sein könnte. Ich freue mich auf das Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg, das im 26. Jahr wie stets provokante, knallbunte und selbstbe wusste Positionen präsentiert.

Mazel tov!
Tobias Herzberg, Dramaturg, Burgtheater Wien