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Filme JOSEPH WULF - EIN SCHRIFTSTELLER IN DEUTSCHLAND

JOSEPH WULF - EIN SCHRIFTSTELLER IN DEUTSCHLAND

© Privatbesitz

Joseph Wulf nimmt sich 1974 das Leben. 1977 spricht Henryk M. Broder mit Weggefährten – ein empathisches Zeitdokument über den Shoah-Überlebenden und ausgegrenzten Historiker

80 min. |

Regie: Henryk M. Broder und Frans van der Meulen DE 1977 Produktion: SCHNÄUZER & LANGHAAR Produktion Produzent*innen: Henryk M. Broder, Frans van der Meulen Weltvertrieb: Oelbaum Verlag [Drehbuch: - ] Redaktion: Jürgen Rühle Kamera: Jan Robedoes, Jochen Strelow Schnitt: Elias Büchel, Hannelore Neleum

Die umfangreichen Dokumentationen, mit denen der Shoah-Überlebende Joseph Wulf unmittelbar nach Kriegsende beginnt, hätten als Grundlage für die weitere Forschung zu NS-Verbrechen dienen können. Doch die deutsche Geschichtswissenschaft – geprägt von Alt-Nazis und Mitläufern – ignorieren ihn oder qualifizieren ihn als „unwissenschaftlich“ ab. Er bleibt als Jude, Staatenloser und Privatgelehrter ein Außenseiter der Geschichtswissenschaft. 1974 nimmt er sich das Leben. Der Film von Henryk M. Broder, der Gespräche mit Wulfs Weggefährten führt, ist eine frühe Würdigung. Er wird nach seiner Ausstrahlung im WDR 1981 aber nicht angemessen archiviert. So ist heute die mäßige Ton- und Bildqualität auch ein Zeitdokument einer fortgesetzten Marginalisierung. Joseph Wulf, geb. 1912 in Krakau, studiert Judaistik. Ab 1939 in einer jüdischen Widerstandsgruppe aktiv, wird er 1943 nach Auschwitz verschleppt. Nach der Befreiung dokumentiert er in Berlin als einer der ersten Historiker die NS-Verbrechen. Seine Täterforschung ist unerwünscht, wird als „unwissenschaftlich“ abqualifiziert. 1974 nimmt er sich das Leben, in finanzieller Not und in die Einsamkeit abgedrängt.

ES WAREN WIRKLICH STERNSTUNDEN. DER JÜDISCHE KULTURBUND 1933–1941 (DE 1988) WENN IHR WOLLT, IST ES KEIN MÄRCHEN … DER WEG IN DEN STAAT ISRAEL (DE 1988) SOLL SEIN. JIDDISCHE KULTUR IM JÜDISCHEN STAAT (DE 1988) DIE JÜDISCHE NASE. EIN EWIGES KLISCHEE. (DE 1993) ENTWEDER BRODER – DIE DEUTSCHLAND-SAFARI (MIT HAMED ABDEL-SAMAD)(DE 2010/11) ENTWEDER BRODER – DIE EUROPA-SAFARI (DE 2012) DER EWIGE ANTISEMIT (DE 2017)

Henryk M. Broder, geb. 1946 in Kattowitz, Sohn von Shoah-Überlebenden, lebt ab 1958 in Deutschland und beginnt nach dem Abitur als Journalist zu arbeiten. 1981 zieht er nach Israel, zehn Jahre später kehrt er nach Deutschland zurück. Die Auseinandersetzung der Deutschen mit der NS-Vergangenheit, Antisemitismus und Antizionismus sowie Migration und Islam thematisiert er streitbar in Wort und Bild.

Filmvorstellungen

09.09.2019

18:00
Haus der Wannsee-Konferenz

Eintritt frei. Anmeldung unter: veranstaltungen@ghwk.de

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